Gartenbau Aydin

Aydin Gartenbau und
Landschaftsbau

Eichelstraße 61
40599 Düsseldorf
Tel.: 0211-7186120

 

 

 

2.5 Pflasterdecke und Pflastersteine verlegen

Die Steindicke (Höhe/Stärke) und die Steinform haben maßgeblichen Einfluss auf die Stabilität der Pflasterdecke. Nach DIN EN 1338 sollen Pflastersteine eine Länge, Breite und Dicke von mindestens 50 mm besitzen. Entsprechend der auf der geplanten Pflasterfläche auftretenden Verkehrsbelastung ist die Steindicke festzulegen. Die technischen Regelungen der RStO sehen eine Zuordnung einer bestimmten Steindicke zu einer Bauklasse vor. So sind Flächen, die der Bauklasse III zugeordnet sind, mit einer Steindicke von mind. 10 cm auszuführen. Grundsätzlich sollte deshalb eine hoch belastete Fläche mit einem dickeren Pflaster ausgeführt werden als eine geringer belastete, weil so die auftretenden Belastungen besser aufgenommen werden können. Sind hohe Schubbeanspruchungen zu erwarten, sind Verbundsteinsysteme vorzuziehen.

Auf die senkrecht zum Pflasterstein auftretenden Belastungen hat die Dicke ebenfalls Einfluss, da die Querkraftübertragung zu den Nachbarsteinen mit steigender Fugenfläche ansteigt. Die nach DIN EN 1338 für Pflastersteine vorgeschriebene Spaltzugfestigkeit von mind. 3,6 N/mm2 lässt hohe, senkrecht auftretende Belastungen auf Pflastersteine zu, ohne diese zu beschädigen. Um die komplette Pflasterfläche vor Beschädigungen (z. B. gebrochene Steine, Verdrückungen) zu schützen, ist es notwendig, den kompletten Oberbau entsprechend der vorgesehenen Belastung auszulegen, um die vom Pflasterstein auf die Bettung übertragenen Kräfte sicher in den Untergrund ableiten zu können.

Neben den senkrechten Belastungen treten durch rollende Lasten Kräfte parallel zum Pflasterbett auf. Diese entstehen zum Beispiel durch Brems- oder Lenkbewegungen von Fahrzeugen auf der Pflasterfläche, wodurch der Pflasterstein horizontal belastet wird. Diese Kräfte können von Steinen mit großer Dicke wesentlich besser aufgenommen werden als von flacheren Steinen, weil die der Verdrehung entgegenwirkende Stützfläche zwischen den Steinen größer ist.
Je geringer die Steindicke und damit die Stützfläche ist, umso mehr kann sich der Stein verdrehen, wodurch die in der Bettung auftretenden Schubbeanspruchungen größer werden. Aus diesem Grund sind bei gleichem Oberbau die zu erwartenden Deformierungen bei flacheren Steinen in der Regel größer als bei höheren.

Der Lastabtrag kann bei dickeren Steinen in stärkerem Maße vertikal erfolgen, so dass die Kantenpressung auf der Unterseite des Steines geringer ist (vgl. Abb. 8).

Pflasterdecke


Während des Verlegevorgangs ist die Fläche ständig mit Hilfe einer Schnur auf den fluchtgerechten Einbau zu überprüfen. Korrekturen sind mit dem Richteisen und dem Gummihammer vorzunehmen.
Pflastersteine mit Beschädigungen sind während des Verlegens auszusortieren und seitlich zu lagern. Zum Teil können sie später als Passstücke verwendet werden.

Wegen zulässiger und fertigungstechnisch unvermeidbarer Farbdifferenzen ist Folgendes zu beachten:

• Mischen der Steine aus unterschiedlichen Paketen
• Mischen von unterschiedlichen Lagen

Die Steine möglichst nicht lagenweise verlegen!

Der Verbund der Pflasterfläche ist immer in Abhängigkeit von der gewählten Steinform, z. B. mit seitlichem Verbund, und der Verlegeart zu sehen. Bei der Verlegung ist ein Fischgrät- oder ein Diagonalverband immer stabiler als ein orthogonal zur Fahrtrichtung eingebauter Reihenverband. Das liegt an der besseren Lastverteilung der durch die Verkehrsbelastung auftretenden horizontalen (Schub-) Kräfte. Bei einem Diagonal- oder Fischgrätverband werden die auftretenden Kräfte auf mehr Steine verteilt als bei orthogonaler Verlegung (vgl. Abb. 9 – 11). Daraus resultieren geringere Spannungen unter den Steinen auf der Bettung und damit auf der Tragschicht. Die Gefahr, dass bleibende (plastische) Verformungen entstehen, sind deshalb bei den Fischgrät-, Ellenbogen- oder Diagonalverbänden geringer.

Parkettverband und Kreuzfugen sollten auf befahrenen Flächen nicht verlegt werden;
diese sind nur für reine Zierverbände geeignet!


Es wird deutlich, dass die Stabilität von Pflasterflächen von verschiedenen Faktoren abhängt und deshalb die Planung der Fläche nicht ausschließlich nach gestalterischen Aspekten erfolgen kann. Folgendes wird empfohlen:

– Hohe Verkehrsbeanspruchung, hohe Horizontalbeanspruchung (Bauklassen III und ggf. IV nach RStO):

• Steindicke mind. 10 cm
• Verbundsteine mit seitlicher Profilierung verwenden
• Möglichst Fischgrät- oder Ellenbogenverband wählen

– Mittlere bis geringe Verkehrsbeanspruchung (Bauklassen V und ggf. VI nach RStO):

• Steindicke mind. 8 cm
• Fast alle Steinformate möglich (Steine mit kubischer Form, besonders kleinformatige meiden)
• Freie Wahl des Verbandes, aber Kreuzfugen vermeiden

– Rad- und Gehwege sowie Flächen, bei denen das Befahren durch Kraftfahrzeuge ausgeschlossen ist:

• Steindicke mind. 6 cm
• Jede Steinform möglich
• Freie Wahl des Verbandes

Pflasterdecke1



zurück